MicroSD: Wie erweitere ich den Speicher meines Smartphones?

Knapp 3 Tage habe ich jetzt mein Honor 7, mit dem ich nach wie vor so zufrieden bin, wie am ersten Tag. Doch einen wirklich großen Minuspunkt habe ich hier bisher noch gar nicht angesprochen: Den viel zu kleinen internen Speicher!

Leider gibt es das Honor 7 in Deutschland nur in der kleinsten Variante von 16 Gigabyte Gerätespeicher. Von denen wiederum bleiben im Auslieferungszustand allerdings nur noch zwischen 9 und 10 GB, weil ja das Betriebssystem und verschiedene vorinstallierte Apps durchaus auch ihren Platz brauchen.

„Geheimtipp“: Überflüssiges einfach mal löschen 🙂

Kleiner Tipp an dieser Stelle: Bevor man anfängt, zusätzliche Apps auf einem neuen Handy zu installieren, sollte man zunächst einmal die vorinstallierten einmal durchgehen und löschen, was man nicht braucht. Nicht alles lässt sich immer löschen aber auf dem Honor 7 waren zum Beispiel mehrere Spiele vorinstalliert, die ich nicht brauche und direkt gelöscht habe, was schon mal so ungefähr ein Gigabyte an Platz einsparte.

Auch später sollte man hin und wieder mal schauen, dass man seinen Gerätespeicher ein wenig „aufräumt“. Gerade, wenn er, wie bei mir, eher knapp bemessen ist. Ein Klassiker ist dabei, die ganzen selbstgemachten Fotos und Videos, die sich im Laufe der Zeit ansammeln, aus dem Gerätespeicher woanders hin zu verlagern. Zum Beispiel in die Cloud (einige Hinweise dazu findest Du am Ende dieses Artikels) – oder eben auf eine MicroSD.

Welche MicroSD-Karte für welches Gerät?

Dabei muss man allerdings vor dem Kauf einer MicroSD-Speicherkarte aufpassen: weder lässt sich jedes Smartphone auf diese Weise im Speicher erweitern, noch funktioniert jede Größe mit jedem Handy! Man sollte also mal einen Blick ins jeweilige Datenblatt werfen oder ein wenig googeln, welche Größen unterstützt werden.

Ob solche Erweiterungen überhaupt unterstützt werden, sollte man natürlich grundsätzlich schon vor dem Kauf checken, wenn einem der interne Speicher nicht genügt. Übrigens: Hätte das Honor 7 keinen Speicherkartenslot gehabt, wäre das für mich Grund genug gewesen, einen großen Bogen um dieses ansonsten sensationelle Handy zu machen!

Im Fall des Honor 7 ist es so, dass man dort Speicherkarten mit bis zu 128 GB einbauen kann, was wirklich ordentlich ist und zumindest im Augenblick mehr als genug für den Alltag normaler Handynutzer sein sollte. Mir genügte für den Anfang sogar noch eine alte 32 GB-Karte, die ich rumliegen hatte.

Wenn man aber eine neue Speicherkarte kauft, dann empfehle ich derzeit (Stand: Dezember 2015), sofern vom Gerät unterstützt, eine 64 GB Karte zu kaufen. Hier bekommt man bereits für um die 20 Euro sehr gute Speicherkarten und man wird in der Regel Mühe haben, selbst diese 64 GB mit normaler Verwendung voll zu bekommen.

Worauf man achten sollte, ist die Geschwindigkeit, mit der die Speicherkarte Daten verarbeiten kann. Das ist insbesondere beim Fotografieren wichtig, weil der Speichervorgang nachher das Fotografieren selbst verlangsamen kann.

Einer der größten Hersteller mit einem ordentlichen Preis-Leistungsverhältnis ist SanDisk, dessen Karten auch ich fast immer kaufe. Bei Amazon bekommt man von SanDisk derzeit:

Karte „in Betrieb nehmen“

Hat man sich die Karte besorgt, reicht es normalerweise, sie einzulegen und schon kann sie genutzt werden. Eine neu gekaufte sollte normalerweise immer gleich erkannt werden und sofort funktionieren. Falls das Handy sie nicht gleich erkennt, kann das verschiedene Ursachen haben, die praktisch immer damit zu tun haben, dass die Karte vorher irgendeinem anderen Zweck gedient hat. In einem solchen Fall solltest Du folgende Schritte einmal durchgehen:

  • Der Klassiker: Starte Dein Handy neu 🙂
  • Karte noch einmal rausnehmen und neu einstecken.
  • Schau noch einmal nach, ob Dein Handy eine Speicherkarte dieser Größe auch wirklich unterstützt. Du findest solche Angaben relativ schnell mit einer kleinen Google Recherche oder auch auf der Website des Herstellers.
  • Karte rausnehmen und äußerlich prüfen. Sind die Kontakte alle intakt? Sind sie vielleicht verschmutzt? Gegebenenfalls mit einem Wattestäbchen und etwas Spiritus reinigen.
  • Karte neu formatieren. Und das geht folgendermaßen:

Wie du Deine MicroSD-Karte formatierst, falls das nötig ist

2015-12-09 15-46-53 ScreenshotDazu benötigst Du natürlich einen Kartenleser. Den haben viele Rechner bereits eingebaut. Falls aber nicht, kannst Du Dir zum Beispiel diesen hier kaufen, der sowohl „große“ SD-Karten (kennt man zum Beispiel aus Kameras), als auch die für uns hier interessanten MicroSDs lesen kann.

Falls Du einen eingebauten Kartenleser hast der, wie meiner, nur SD-Karten lesen kann, benötigst Du einen Adapter, der aus der MicroSD eine „große“ SD-Karte macht. Kann man für 1-2 Euro kaufen, bekommt man mittlerweile aber auch fast immer direkt dazu, wenn man eine MicroSD neu kauft. Die vier MicroSDs von SanDisk, die ich Dir weiter oben empfohlen habe, kommen alle mit einem solchen Adapter.

Wenn Du eine Möglichkeit gefunden hast, die MicroSD an einen Computer anzuschließen, ist der Rest ganz einfach. In Windows wählst Du nun das Laufwerk aus, in dem sich die Karte befindet. Hierzu gehst Du auf „Dieser PC“ und klickst in „Geräte und Laufwerke“ den Eintrag an, in dessen Logo etwas von „SD“ steht. Der Name dieses Eintrags kann variieren, den solltest Du hier nicht weiter beachten. Klicke diesen Eintrag mit der rechten Maustaste an und wähle dann „Formatieren…“ aus. Im Fenster, dass sich dann öffnet, musst Du noch zwei Kleinigkeiten einstellen. Einmal musst Du prüfen, ob unter „Dateisystem“ der Eintrag „FAT32“ gewählt ist und dies gegebenenfalls korrigieren. Anschließend entfernst Du noch das Häkchen ganz unten bei „Schnellformatierung“ und klickst dann auf „Starten“. Jetzt dauert es ein paar Minuten. Der grüne Balken zeigt Dir den Fortschritt und sobald der Job erledigt ist, bekommst Du dann auch noch mal eine Meldung, die Dir das mitteilt.

Einstellungen bearbeiten, damit auch wirklich auf der SD gespeichert wird

Wenn alles funktioniert, das Handy die Karte erkannt und ins System integriert hat, dann kann es sein, dass Du einzelnen Apps noch mitteilen musst, dass sie von nun an ihre Inhalte auf der Speicherkarte speichern sollen. Mein Tipp: Checke einfach mal folgende Punkte:

  • Schau in Deiner Kamera-App in den Einstellungen, ob sie auf der SD-Karte speichert
  • Verschiebe Deine Bilder und Videos aus dem Gerätespeicher auf die SD-Karte
  • Verschiebe Deine MP3-Dateien aus dem Gerätespeicher auf die SD-Karte
  • Prüfe die Speicherorte aller Apps, die irgendwelche Medien herunterladen können. Also zum Beispiel Podcast-Apps oder Audible

Mit diesen Punkten solltest Du die allermeisten Speicherfresser erwischen und wieder Platz auf Deinem Gerätespeicher schaffen können.

Alternative zur MicroSD: Die Cloud!

Eine andere Möglichkeit, Daten speicherplatzschonend immer dabei zu haben sind die sogenannten Cloudspeicherdienste. Man kann sie auf verschiedene Weise nutzen. Zum Beispiel, um Daten online verfügbar zu machen und dann per App auf dem Handy abzurufen, wenn Du sie brauchst, statt sie tatsächlich auf dem Gerät selbst zu speichern. Auf diese Weise kannst Du den Speicher Deines Handys theoretisch bis ins Unendliche vergrößern – solltest allerdings beachten, dass das dann natürlich jeweils gestreamt oder runtergeladen werden muss, wenn Du es auf dem Handy nutzen willst. Das ist kein Problem, wenn Du einen guten Datentarif hast oder das über WLAN machst. Bei Mobilfunkverbindungen mit begrenztem Datenvolumen solltest Du es damit aber lieber nicht übertreiben.

Dennoch: Clouddienste sind eine gute Alternative, auf die ich sicherlich noch häufiger und auch etwas ausführlicher eingehen werde. An dieser Stelle seien aber in aller Kürze insbesondere folgende Dienste einmal wärmstens empfohlen:

  • Für Androidnutzer sei hier natürlich die Google Fotos als allererstes erwähnt. Die App ist in der Regel vorinstalliert, benötigt – wie Android insgesamt allerdings auch – einen Google-Account und lädt dann halt alle mit dem Smartphone gemachten Fotos und Videos automatisch in Deinen persönlichen Google Drive. Das tut sie kostenlos und in unbegrenzter Anzahl – aber eben wirklich nur für Fotos und Videos. Für andere Daten kann man die normale Google Drive App nutzen, die mit einem gewissen Freikontingent an Online-Speicher daherkommt. Allerdings würde ich für andere Zwecke als Fotos eher zu den nachfolgenden Anbietern raten.
  • Ein anderer, sehr empfehlenswerter Dienst ist Microsoft OneDrive. Wer sich ein Microsoft-Office-Jahresabo kauft, der bekommt nicht nur Microsofts fabelhafte Office-Produkte in der jeweils aktuellsten Version, sondern eben auch noch mal eben ein ganzes Terabyte (also: 1000 GB) Cloudspeicher oben drauf, den man natürlich nicht nur für Fotos, sondern für alles Mögliche verwenden kann.
  • Weitere Dienste (die ich persönlich nutze) wären dann noch Dropbox und Mediafire.

Alle diese Dienste funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip: Man benötigt zunächst einen Account und dann natürlich zumindest die zugehörige Android-App. Es ist aber auch möglich, alle Daten – also zum Beispiel auch Fotos – mittels dieser Dienste automatisch auf einen PC oder Mac zu synchronisieren. Alle hier genannten Diensten bieten darum auch Programme für Deinen Bürorechner an, die Du einfach nur installieren musst und nach dem Einloggen wird dann Deine komplette Cloud direkt auf den Rechner runtergeladen und bei Änderungen (also wenn Du etwas löscht oder neue Dateien hinzukommen) sowohl in der Cloud, als auch in der Kopie auf Deinem Rechner (oder Rechnern) werden diese dann überall automatisch übernommen.

Hast Du Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel? Dann hinterlasse gerne einen Kommentar 🙂