Anleitung: Bedienung der Oberfläche und der Design App der Emotion UI (EMUI) von Huawei und Honor

Screenshot_2015-12-08-11-00-38An der Emotion UI, die Huawei (und damit auch Honor) auf praktisch all seinen Geräten einsetzt, scheiden sich die Geister: Zwischen „einfach nur nachgemachtes Apple iOS“ bis „beste Oberfläche überhaupt“ ist alles dabei und auch ich selbst sehe mich irgendwo dazwischen. Die Oberfläche eines Android-Gerätes nennt man Launcher und Launcher kann man bei Nichtgefallen des mitgelieferten einfach durch einen anderen austauschen. Aber darauf werde ich in späteren Artikeln noch ausführlich eingehen. Hier geht es erst einmal nur um die Emotion UI – und zwar in der zur Zeit auf meinem Honor 7 installierten Version 3.1, wobei diese Anleitung aber auch für alle anderen Software-Versionen gilt.

Gestatten, EMUI

Vom Aufbau her zeichnet sich Huaweis Emotion UI kurz: EMUI) vor allem dadurch aus, dass es auf einen sogenannten App Drawer verzic   htet. Das ist eine Übersicht über sämtliche installierten Apps, die man normalerweise über einen besonderen Button im Dock (das ist die unterste Reihe von Symbolen auf dem Homescreen, in der Du standardmäßig zum Beispiel auch das Icon zum Telefonieren findest) oder auf dem Homescreen aufruft. Stattdessen liegen einfach alle Symbole auf verschiedenen Seiten des Homescreens. Das ist auch der Grund, warum Kritiker davon reden, die Emotion UI sei bei Apple abgekupfert, denn auch dort gibt es keinen App Drawer.

Und weil es keinen solchen Drawer gibt, in dem man bei guten Launchern seine Apps oft in anwendungsbezogene Kategorien wie Spiele, Messenger oder Fotos unterteilt findet, bleibt einem in EMUI nichts Anderes übrig, als Ordnung zu schaffen, in dem man Apps sinnvoll positioniert oder Ordner anstelle solcher Kategorien anlegt und seine Apps dort einsortiert.

Arbeiten mit Symbolen und Ordnern auf dem EMUI-Homescreen

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Man kann sie dort beliebig anordnen und auch in Ordner packen. Dazu muss man einfach nur auf das zu verschiebende Symbol tippen und es getippt halten. Nun kann man es an eine beliebige andere Stelle ziehen. Oder auch auf eine andere Seite des Homescreens. Dazu zieht man das „festgehaltene“ Icon einfach an den Rand des Bildschirms, der dann automatisch auf die nächste Seite weiterblättert. Man kann auf die gleiche Weise ein Symbol auch in einen bestehenden Ordner ziehen, in dem man einfach das Symbol auf den Ordner zieht, in dem man es haben möchte.

Einen neuen Ordner anlegen kann man, in dem man ein Icon einfach auf ein anderes Icon zieht, das ebenfalls in den betreffenden Ordner einsortiert werden soll. Das Symbol des Ordners sieht je nach gewähltem Design unterschiedlich aus, es entsteht aber immer so eine Art Kästchen, in dem man dann winzig klein die beiden App-Symbole erkennen kann. Dein erster auf diese Weise neu angelegter Ordner bekommt zunächst den unheimlich phantasievollen Standardnamen „Ordner 1“ aber zum Glück kann man natürlich auch den Namen leicht ändern. Dazu öffnest Du den Ordner einfach, in dem Du ihn antippst. Jetzt siehst Du alle in diesem Ordner liegenden Apps, die Du von hier so auch starten könntest. Über das „+“-Symbol könntest Du jetzt auch weitere Apps hinzufügen. Um den Namen zu ändern, musst Du jetzt unten den Namen des Ordners antippen und einen kurzen Moment getippt halten – bis sich Deine Bildschirmtastatur öffnet. Und jetzt kannst Du einfach einen beliebigen Namen eingeben.

Screenshot_2015-12-08-11-23-40Die EMUI-Alternative für Faule: Apps per interner Suchfunktion finden und starten

Gerade, wenn man ein paar Apps mehr installiert und weder Lust noch Zeit hat, die nun erstmal alle in irgendwelche Ordner zu sortieren, wird man eine weitere Besonderheit der EMUI zu schätzen wissen: Die interne Suchfunktion! Die ist leider immer noch keine Selbstverständlichkeit für heutige Launcher und damit ein echter Pluspunkt für Huaweis Eigenbau. Aufrufen kannst Du ihn, in dem Du an einer beliebigen Stelle auf dem Homescreen einfach nach unten streichst. Sofort öffnet sich ein Screen, bei der Du ganz oben ein Suchfeld siehst, in dass Du sofort über die Bildschirmtastatur den Namen der App eintippen kannst, die Du suchst. Und natürlich musst Du niemals den vollen Namen eintippen, sondern in der Regel wirst Du nach zwei, drei Buchstaben bereits die gewünschte App angezeigt bekommen, so dass Du sie direkt starten kannst.

Wenn Du gar nichts eintippst, kannst Du übrigens auf diesem Screen auch direkt eine der 8 zuletzt von Dir genutzten Apps erneut starten, was ebenfalls sehr praktisch sein kann.

EMUI optisch dem eigenen Geschmack anpassen? Designs!

Screenshot_2015-12-08-10-26-58Eine weitere Besonderheit der EMUI-Oberfläche sind die Designs. Huawei/Honor liefert hierfür die App „Designs“ immer gleich mit. Wenn Du sie nicht gleich findest, solltest Du jetzt mal die eben beschriebene Suchfunktion ausprobieren. 😉

Die Auswahl an unterschiedlichen Designs ist wirklich groß, so dass man sich hier erst einmal in Ruhe umsehen muss. Nach dem Aufruf der App landet man zunächst in den „Highlights“. Am oberen Rand der App sieht man daneben die weiteren Menüpunkte „Top“, „Kategorie“ und „Mein“. Wonach genau sich die Sortierung von Highlights und Top richtet und wo hier Unterschiede liegen, habe ich bisher nicht wirklich ergründen können. Meine Theorie ist, dass „Top“ die meist runtergeladenen sind und „Highlight“ wird, was Huawei cool findet aber das ist wie gesagt nur eine Theorie. Auch die Sortierung unter dem Reiter „Kategorie“ gibt einige Rätsel auf. Hier wurde anscheinend ein wenig seltsam übersetzt, wirklich intuitiv ist das alles leider nicht.

Und so ist man ein wenig auf sich allein gestellt bei der Suche nach dem perfekten Design. Ich habe es einfach so gemacht, dass ich Highlights, Top und auch die Kategorien einfach mal ein wenig rauf und runter gescrollt und erst mal installiert habe, was mir gefiel. Unter allen drei Menüpunkten wählst Du ein Design aus, in dem Du einfach drauf tip
pst. Du bekommst dann eine detalliertere Übersicht mit mehreren Screenshots, wie das gewählte Design aussieht. Die Screenshots kannst Du horizontal durchscrollen. Dort siehst Du dann, wie Hintergründe und Icons aussehen, wie Homescreen und Sperrbildschirm aussehen, welche Aufmachung Kontakte oder Telefon-App haben und wie Benachrichtigungen und Verknüpfungen aussehen. Wenn Dir gefällt, was Du siehst, klickst Du ganz unten auf „Download“ und kurze Zeit später steht dort links „Anwenden“ und rechts „Löschen“. Willst Du Dein Handy aussehen lassen, wie auf den Bildern, klickst Du natürlich auf „Anwenden – und schon übernimmt es alle Einstellungen dieses Designs.

Personalisierung: Designs weiter individualisierenScreenshot_2015-12-08-10-27-24

Wenn Du es noch ein bisschen persönlicher magst, kannst Du jetzt noch einzelne Designelemente aus verschiedenen Designs aussuchen und mixen. Dazu gehst Du wieder in die App „Designs“ und wählst oben ganz rechts den Punkt „Mein“ aus. Es öffnet sich eine Übersicht aller von Dir bereits runtergeladener Designs. Hier kannst Du nun entweder zwischen kompletten Designs wechseln, indem Du eines auswählst und dann unten auf „Anwenden“ tippst. Oder Du bleibst in der Übersicht und tippst unten auf „Anpassen“. Auf der rechten Seite hast Du nun eine Liste von Details Deines Designs, die sich einzeln individualisieren lassen. Leider sind sie mehr als mies übersetzt, so dass ich Dir hier kurz erkläre, was zum Teufel die Chinesen damit meinen:

  • Bildschirmsperrstil
    Gemeint ist: Das Aussehen des Sperrbildschirms. Also der Oberfläche, die erscheint, wenn Du den Bildschirm einschaltest und wo Du dann zum Beispiel Deine PIN eingibst oder auch einfach nur kurz guckst, wie spät es eigentlich ist.
  • Animationen entsperren
    Gemeint ist „Entsperr-Animation“. Also: Wie soll es aussehen, wenn Du vom Sperrbildschirm auf Deinen Homescreen willst? Hier gibt es zur Zeit lediglich zwei Optionen: „keine“ und „Sonnenschein“. Du kannst ja mal ausprobieren, wie Dir „Sonnenschein“ gefällt. Wenn Du allerdings mittels Fingerabdruck entsperrst, wirst Du diese Animation nicht zu sehen bekommen, denn dann wird ja der Sperrbildschirm gar nicht erst angezeigt.
  • Bildschirm sperren
    Hier wählst Du den Hintergrund des Sperrbildschirms aus. Das kannst Du allerdings auch auf andere Weise tun, wie ich Dir anschließend noch erklären werde.
  • Startbildschirm
    Analog zum vorigen Punkt kannst Du hier das Hintergrundbild eines anderen Designs für Deinen Homescreen auswählen. Auch das geht alternativ auch noch auf andere Weise.
  • Symbole
    Für Viele sicherlich die wichtigste Individualisierung: Du musst nämlich nicht die Symbolstile verwenden, die mit dem Design, bei dem Dir vielleicht Benachrichtungsleiste und Verknüpfungsansicht so gut und die Symbole so gar nicht gefallen. Hier kannst Du einfach die Symbole eines anderen von Dir zuvor installierten Designs aussuchen und in Deinen Design-Mix übernehmen.

Weitere Optionen: Das Homscreen-Menü

Wenn Du auf Deinen Homescreen mit Daumen und Zeigefinger gehst und sie zusammenziehst, gelangst Du in ein etwas verstecktes weiteres Menü. Hier lassen sich zum Beispiel die einzelnen Seiten des Homescreens anders anordnen. das funktioniert ähnlich wie beim verschieben von Icons, also einfach gedrückt halten und an die gewünschte Stelle bewegen.

Unten befinden sich außérdem noch vier Symbole mit den folgenden Funktionen:

  • Hintergrund
    Hier kannst Du wie schon angekündigt die Hintergründe des Sperrbildschirms und des Homescreens  frei wählen. Du kannst Dich auch regelmäßig über zufällig ausgewählte neue Hintergrundbilder freuen, wenn Du „Zufällige Anordnung“ wählst. „Zum Ändern schütteln“ macht das gleiche, nur nicht regelmäßig, sondern eben wenn Du das Gerät schüttelst. Sinnvoll? Keine Ahnung. Aber lustig 🙂
  • Widgets
    Widgets sind Elemente, die Du zusätzlich zu den App-Symbolen auf den Homescreen zaubern kannst. Standardmäßig liefert Honor hier zum Beispiel eines für die integrierte Radio-App mit und auch die standardmäßig vorhandene Uhr mit Wetterbericht ist ein solches Widget. Schau einfach mal, ob Du hier etwas findest, dass Du gerne jederzeit sichtbar oder griffbereit haben möchtest. Ich selbst bin bei Widget eher etwas sparsamer, weil ich die meisten für mich nicht wirklich sinnvoll finde aber das ist sicherlich Geschmackssache und hängt auch davon ab, welche Apps man wie nutzt. Bedenken solltest Du aber, dass Widgets den Akkuverbrauch vergrößern können. Das gilt nicht nur, aber besonders für solche Widgets, die sich automatisch aktualisieren, also zum Beispiel Wetter-Apps. Ein oder zwei von dieser Sorte sind normalerweise kein Problem aber wenn Du es damit übertreibst, wird irgendwann Deine Akkulaufzeit darunter leiden.
  • Übergänge
    Hier kannst Du verschiedene Effekte auswählen, die zum Tragen kommen, wenn Du zwischen den Seiten Deines Homescreens hin und her wechselst.
  • Weitere…
    Noch ein paar weitere Optionen. Zum Beispiel, wieviele Symbole auf jeder Homescreen-Seite zu sehen sein sollen und Einiges mehr zum Thema Anordnung der Icons.

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